Marktbericht März 2026 - Wird Öl bald unbezahlbar?
- 19. März
- 4 Min. Lesezeit

Seit der Amtsübernahme von Donald Trump vor etwas mehr als einem Jahr kam der Ölpreis um ca. 20% zurück und es schien so, als ob es bald zu viel Öl auf dem Weltmarkt geben würde, da Venezuelas Öl – Industrie durch das Eingreifen der USA wiederbelebt wurde. Die USA ist seit einigen Jahren von einem Öl – Importeur zu einem Netto – Öl – Exporteur gewurden.
Nun kam es vor 11 Tagen zum Angriff auf den Iran. Bricht nun die Ölversorgung zusammen und kollabiert die Weltwirtschaft durch einen explodierenden Ölpreis?
Vor 3 Tagen drohten die Mullahs, jeden Öltanker in Flammen zu schießen und keinen Tropfen Öl mehr aus der Region in die westliche Welt fließen zu lassen.
Der Preis von WTI Crude Oil stieg von knapp 60 US – Dollar auf knapp 120 USD. Ein Anstieg von 100% in wenigen Tagen.
Natürlich kamen die Börsen unter Druck und die Medien waren erneut gefüllt mit Berichten über den kurz bevorstehenden Untergang der Welt.
Interessante Nebenerscheinung war wieder einmal die Forderung nach der Einhaltung des Völkerrechts. Israel und die USA verstießen ( so die Meinung dieser Menschen) gegen die territoriale Souveränität des Iran. Ich bin kein Experte in dieser Hinsicht und halte mich daher mit einem Urteil zurück.
Ich frage mich nur, wie ein völkerrechtlich korrekter Angriff auf den Iran denn aussehen sollte, wenn Russland und China ein Veto – Recht im Sicherheitsrat der UNO haben und niemals einen Angriff auf ihren Verbündeten unterstützen würden.
Nicht einmal das Abschlachten der eigenen Bevölkerung auf offener Straße durch die Mullahs wurde von der UNO verurteilt. Wie soll hier ein völkerrechtlich „zulässiges“ Vorgehen gegen das iranische Regime aussehen?
Ich bin immer wieder überrascht, wie manche Politiker ein Regime wie das der Mullahs schönreden, obwohl für jeden halbwegs gebildeten und ethisch nur geringfügig menschenfreundlich eingestellten Menschen völlig klar ist, dass der Iran seit Jahrzehnten ein schreckliches Regime führt und der ganze Osten durch den Iran (Hisbollah, Hamas, Huthis etc.) destabilisiert wird und dass dieses Regime gerade in den sonst so wichtigen Themen wie Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, gendergerechtes Handeln, Akzeptanz von homosexuellen Partnerschaften, Akzeptanz anders denkender religiöser und ethischer Minderheiten eine unbeschreiblich traurige Rolle spielt.
Wenn im Iran nach Jahrzehnten des Terrors eingegriffen wird, um diesem Schrecken ein Ende zu machen, werde ich dies sowohl ethisch als auch wirtschaftlich begrüßen. Dabei handelt es sich um meine ganz persönliche Meinung.
Sollte es der westlichen Allianz gelingen, die Mullahs zu schwächen oder einen Regime – Change durch das iranische Volk herbeizuführen, dann hat die Welt sogar die Chance, in Zukunft günstigeres Öl zu haben als vor Beginn des Krieges.
Meine Erfahrung ist, dass politische Börsen kurze Beine haben und dass viele Untergangsszenarien oft schneller vergessen sind, als es im Moment der Berichterstattung möglich scheint.
Natürlich wissen wir nicht, wie sich das Szenario im Iran entwickelt, allerdings werden wir an der üblichen und bewährten Handelsstrategie festhalten und nicht plötzlich Alles über den Haufen werfen oder in Frage stellen, weil es im Nahen Osten rumpelt.
In den nächsten Wochen ist mit überdurchschnittlich hoher Volatilität zu rechnen.
Eine starke Bewegung, die vor Kriegsbeginn an der Börse vorherrschte, war das Narrativ, dass durch künstliche Intelligenz ein so starker Produktivitätssprung eintreten wird, dass die meisten Unternehmen einen Großteil ihrer Belegschaft entlassen, weil KI – Bots und Roboter besser, schneller und kostengünstiger arbeiten.
In diesem Zuge kam es zu einem Ausverkauf von Software – Aktien. Im Moment kann ich mir zwar nicht vorstellen, dass komplett in ein Unternehmen integriertes Software – Programm einfach und ohne Kosten durch einen Assistenten von Anthropic oder OpenAI ersetzt werden kann - allein aus haftungs – und datenschutzrechtlichen Gründen.
Large Language Modelle arbeiten nach meiner Recherche mit Erfahrungen und Wahrscheinlichkeiten, sind aber noch weit davon entfernt, menschliche Erfahrungen und deren Reaktionen auf Herausforderungen adäquat zu ersetzen.
Allerdings verfolgen wir diese Entwicklungen sehr genau und werden darauf reagieren, wenn es erforderlich ist.
Vor ca. 3 Wochen erschien ein Bericht von Citrini Research über die Zukunft der künstlichen Intelligenz und die damit verbundene Krise der menschlichen Intelligenz, der an den Märkten für große Aufregung sorgte und einen weiteren Ausverkauf von Software - und Fintech – Werten sorgte.
Hier eine kurze Zusammenfassung dieses Berichts:
In Zukunft wird der Mensch nahezu sinnlos, da seine Produktivität und seine Kosten weitaus schlechter/ unökonomischer sind als die künstliche Intelligenz.
Teure „Jobs mit weißen Hemden und Krawatten“ werden nicht mehr benötigt und nur noch minderwertige Jobs, die nicht von KI – Assistenten erledigt werden können, werden bestehen bleiben. Taxifahrer, Handwerker, Reinigungskräfte bleiben noch eine Weile erhalten.
Die gutverdienenden Konsumenten fallen weg. Darunter leidet der Handel und vor allem die großen Kreditkartenunternehmen werden dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen.
Durch den Untergang der besser verdienenden Gesellschaft werden die Immobilienpreise stark fallen und die Banken werden durch Abwertungen und Abschreibungen in starke Probleme kommen und die Welt wird nie wieder gut werden.
So in etwa sah der Bericht aus. Interessanter Nebenfakt: der Verfasser des Textes setzte vorher auf fallende Kurse der in diesem Bericht genannten Unternehmen.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Was ist nun davon zu halten?
Vermutlich sind manche Gedanken dieses Berichtes nicht abwegig. Viele Jobs werden durch KI und Robotik mit Sicherheit verloren gehen.
Ist das gut oder schlecht für die Wirtschaft?
In der Vergangenheit waren Produktivitätsschübe gut für die Wirtschaft und das frei werdende Potential an Arbeitskräften wurde sinnvoll in anderen Bereichen eingesetzt.
Gerade in der westlichen Hemisphäre ist es durch die demographische Entwicklung der Volkswirtschaften von Nöten, dass Produktivität steigt und bestehende Arbeitskräfte neu auf den Arbeitsmarkt kommen, da mehr Menschen in den Ruhestand eintreten als neu auf den Arbeitsmarkt strömen.
Es bleibt also beim Alten: „Nix Genaues weiß man nicht…“
Ich denke, dass die aktuellen Trends Trinkwasserversorgung, Energieerzeugung, Ausbau von Infrastruktur und Rechenzentren, Robotik, Sensorik, Digitalisierung auch in den nächsten Jahren aktuell bleiben und dass führende Unternehmen aus diesen Bereichen eine überdurchschnittliche Wertentwicklung zeigen dürften.
Ich wünsche allen Lesern und Investoren Gottes Segen, Gesundheit, Kraft und Weisheit, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sei es beim Investieren oder im privaten Umfeld…



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